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Team Normal




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Losgefahren bin ich hier in Klabautern Samstag morgen kurz nach fünf, es ist zu früh für eine vegetarische Brühe, aber dafür zu spät um den Zug noch zu kriegen.
Die Thermoskanne ist heiß, der Rucksack leicht und Piggi sauschnell. Wie immer.

Am Bahnhof habe ich dann meine erste Epiphanie,
und das ohne Frühstück:

Ich erkenne endlich , WISO es auf manchen Bahnhöfen bei Geldstrafe verboten ist, Tauben zu füttern! :tilt:

Meine Bahnreise in improvisierten Anschlußzügen ohne Reservierung führt mich direkt in einen wundervollen Sonnenaufgang über dem Rhein.

Als ich ankomme, bin ich schon da.

Das ist keinesfalls immer so.
Und nachdem ich mich aus der Reisekleidung in die Fahrradkleidung geschwupst habe, ist eines so sicher wie das Amen in der Kirche:

Ich werde furchtbar dreckig wieder hierher, nachhause, kommen.
Und so ist es dann auch.
Dabei hat das Rennen im eigentlichen Sinne ja gar nicht stattgefunden.
Laßt Euch doch bloß nichts erzählen! Alles gelogen!

Erst hat René uns auf fürchterlichen Umwegen total umständlich auf irgendeine Wiese gelotst, wo einer erstmal anfing seinen Reifen zu wechseln.
Ich fand diesen Programmpunkt etwas undurchsichtig, konnte aber die Zeit sinnvoll überbrücken, indem ich einen Sandhügel nicht hinauffuhr.
Runter auch nicht.
Danach haben wir uns noch unzählige Male verfahren, wobei ich zeitweise den Eindruck hatte, wir wären an der einen oder anderen Stelle schonmal vorbeigekommen.
Als es irgendwann fürchterlich zu schütten begann, hatte natürlich auch keiner mehr Lust darauf ein Rennen auch nur zu BEGINNEN!

Es wurde daraufhin nicht im eigentlichen Sinne offiziell abgesagt, vielmehr begannen einige Teilnehmer, Flüssichkeiten in Pappbecher zu füllen, einige stiegen dafür sogar von ihren Rädern und stellten oder legten sie unbeaufsichticht in den Matsch.

Danach kriegte natürlich keiner meht gebacken welches Rad sein eigenes war,
und es begann ein wildes Ausprobieren, Sattelstützenverstellen und Fluchen.
Einen hatte es besonders hart erwischt:
Er hatte den einzigen vernünftigen DownhillLenker, aber ein anderer hatte dies schneller bemerkt als er selber, und so mußte dieses gestandene Mannsbild mit einem erbärmlichen rosa Damenrad auf die Suche gehn.

Der Humpen schrieb vor, während und nach dem Nichtrennen ungezählte sms an irgendjemand gaaanz Liebes in Bochum, auf den Irrwegen, die wir befuhren, begegneten uns exakt dreiundzwanzig Leute.

Vier davon je fünf Mal. Und alle hatten sie jeweils ein bis drei Hunde an der Leine.
Ein Mann, recht jung, stand vollkommen desorientiert mit einem Rucksack im Wald.
Ich stieg ab und er zeigte mir einen Zettel, aber so, daß ich ihn nicht lesen konnte.
Er fragte mich, wie weit es noch sei bis zum Mond.
Ich wollte ihn nicht erschrecken.
Daher erkundigte ich mich vorsichtig nach dem Ausgangspunkt seiner Frage.
Unser Gespräch verlief etwas seltsam, denn ich mußte irgendwann Seilspringen und dann weiterfahren. Dabei zerriß auch noch das Seil.

Aber unterwegs sah ich himmlische Trails!

Dort in Duisburg sind seltsame Menschen im Wald unterwegs.
Auch unser Gastgeber ist ein komischer Kauz gewesen.
Morgens läßt er sich von einem Biowecker den Tag einläuten und wenn er sich seine Mahlzeiten zubereitet, verwendet er dafür höchst eigenartige Utensilien, die beim Salzstreuen leuchten oder beim Teekochen übereinandergestapelt werden müssen.
Und dann hat er einen Mitbewohner mit einer etwas eigenartigen Auffassung für Ordnunk.
Außerdem verkehren bei ihm Leute, die etwas verrückt sind.
Sie bereiten Abendessen aus Zucker, Tomaten und Vollkornbrot,
trinken abwechselnd Whiskey und Schwarztee, lesen bis tief in die Nacht Terry Pratchett und morgens gleich nochmal und dann wecken sie um sieben die Anderen mit einer Stimme so glockenhell wie der Morgentau!
Abends nach der ganzen Verfahrerei haben wir uns wunderbar erholt.

Es gab einen Tisch nur für uns.
Das Bier war kalt und das Gemüse heiß, …

…es hätte ewig so weitergehn können,
aber der Weihnachtsmarkt lockte den einen oder anderen Nichtrennteilnehmer und Stehkneipen mit Mucke gabs keine, also machten wir uns auf den Weg über den Weihnachtsmarkt zur S- Bahn, wobei mir der Meik fast ein weißes Fahrrad geklaut hätte.

Danke Meik.

Done.

Danke Lara

Nachtrag von Lara:
Ich vermisse die Vielfalt der Sichtweisen bisher etwas.
Bei den Leuten ohne Biowecker meine ich ;)
Die haben doch Zeit.
Faules Pack.

Ich hätte gerne sowas mit Höhenmetern gelesen.
Oder eine Liste wie sie Meik im IBC gepostet hat.
Eine Material- und Teileliste mit Gewichtsangebane der Räder und Teilnehmer, genauen RAL Bezeichnungen und an wieviel Gramm Sattelstütze der erste Platz gescheitert ist.

(Bei Meik wars ja wohl eindeutich der Lenker! Viel zu schwer!
Na ja, warum soll man was Kurzes nehmen, wenn man was Langes haben kann…)

Kurzimpressionen, Eindrücke, Umrundungszeiten, Zieleinläufe will ich lesen!
Zahlen, Statistiken, Fakten!
Schließlich hab ich nur die Hälfte mitbekommen, weil ich die ganze Zeit immerzu im Kreis fahren mußte, ich arme Sau!
und wer hat denn noch alles Photos von der Strecke,
von den Nichtrennteilnehmern,
vom Seilspringen, Sackhüpfen und Eierschaukeln?

Sowie natürlich die genauen Laktat- und Zuckerwerte vor und nach dem Event, die gesamte Dopingauswertung der Urinproben 28 und 17 sowie die Gewichtsklassen der Teilnehmer mit Schuhgröße.

Ich meine wozu haben wir uns denn sonst so früh vorher getroffen und all den medizinischen und technischen Aufwand betrieben?

Hat der Cardiotomographische LaktatImpressor jetzt knapp vor der Renaturierung der Konvaleszensanalyse den Geist aufgegeben oder was?

Da geht doch noch was!!


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