Ein ganz NORMALer Tag

Gestern war es wieder mal soweit: Das Team NORMAL sollte in seiner vollen elitären Stärke antreten, um die unbefestigte, bewaldete Gegend unsicher zu machen.
Regenwahrscheinlichkeiten von 100% (von unten) und knapp darunter (von oben) würden kein Teammitglied davon abhalten können, zu diesem unvergleichlichen Ereignis zu erscheinen.

Und so trat der Autor dieser Zeilen (im folgenden “m.” oder vielleicht auch “ich” genannt) morgens halb Zehn in Deutschland vor die Tür, um unerwartetem Sonnenschein ins Gesicht zu blicken, und stellte sein Geländefahrrad hinaus, damit es sich an den Strahlen laben konnte.

Er legte sein Werkzeug bereit - ein Rad sollte noch behandelt werden - öffnete sich das erste JEVER des Tages und genoss den schönen Morgen.

Er hätte Zeit gehabt, sein Fahrrad zu putzen. Doch das tat er nie. Wozu auch? Es würde eh gleich wieder dreckig werden. Und außerdem macht erst eine herrliche Patina aus Schlamm und Sand verschiedener Alterstufen, vermischt mit Federn, Pferdehaaren, Blättern und Tierfäkalien ein jedes Bike zu einem wahren Schmuckstück.

Ein wenig später fanden sich dann einer nach dem anderen die Mitstreiter des Tages ein.
Zum Beispiel der Alex, der mit dem wichtigsten Utensil des Tages, einem Elfer-Kasten JEVER, antrabte.

Auch der Anfall kam, mit seinem schrecklich sauber-weißen Aluminiumfahrrad.

Überall tobte der Bär, kaum mehr Platz für irgendwen. Zwei konnten einmal kurz entkommen, sich ausruhen von langem Tech-Talk.

Und es wurde auch gebastelt, und diverse Gegenstände auf noch diversere Verwendungsmöglichkeiten hin getestet. Hier zum Beispiel der Alex, wie er versucht, einen Reifen zu ficken - er stellt sich aber nicht sehr geschickt dabei an.

Es folgte noch eine kleine gesangliche Einstimmung (0,5 MB Video, abspielbar mit QuickTime) auf die schweren folgenden Stunden, ein letztes Aufflackern gespielt-entspannter Gelassenheit gewissermaßen.

Kurz nach dem fliegenden Start noch ein Bildchen am Strand geschossen.

Und schon ging es in den Wald. Die Bodenverhältnisse waren viel besser als erwartet, und so konnte ich locker einhändig fahrend am ersten kleinen Anstieg fotografisch festhalten, wie all die anderen genauso entspannt hochradelten.

Oben musste ich mir erstmal Beschwerden über die viel zu anspruchslose Streckenwahl anhören und versprechen mit etwas Anstrengenderem aufzufahren.

Ich zermarterte mir darüber den Kopf, was leider zu Unkonzentriertheit führte - und auf einer kleinen, schiefen Holzbrücke, die ich sicher schon Hunderte von Malen bei allen Wetterverhältnissen überquert hatte, zu einem filmreifen Wegrutscher.
Die Brücke war so glatt, dass man kaum darauf stehen konnte, ohne zur einen Seite wegzugleiten - das habe ich so extrem noch nie zuvor erlebt.
Glück im Unglück: Beim Sturz flog nicht nur die Flasche aus dem Halter, sondern auch die Kamera aus der Trikottasche, genau im richtigen Moment auslösend, so dass hier ein fotografischer Beweis des Sturzes geliefert werden kann.

Als Guide bekam ich leider nicht oft die wunderschönen Rückansichten der vielen weiblichen Teilnehmer dieser Tour zu sehen.

Ein einziger Mitfahrer bekam leider verstärkt Rückenprobleme, so dass wir entschieden, alle zusammen eine etwas andere Runde zu drehen. Wir verließen also den herrlich schlammigen Wald und bogen auf einen kleinen Seeweg ab.

Kurz darauf hatten wir die Küste wieder erreicht.
An unserer Pausenstation mit Karibikfeeling (Hängematte, feinster Sand) taten wir erstmal etwas für die sträflich vernachlässigte Bildung in diesem Land und drehten einen kleinen Lehrfilm (1,3 MB Video, abspielbar mit QuickTime). Danach musste A. natürlich unbedingt einmal m.s Radl probefahren. Letzterer wollte es dem armen Kerl nicht verwehren - sollte er doch wenigstens ein Mal in seinem Leben auf einem richtigen Männerfahrrad sitzen.

(Siehe auch onepic)

Viel Dreck war leider auf der zu kurzen Waldrunde nicht zusammengekommen.

Auf Radwegen ging es am durchquerten Wald vorbei.

An der Ostseetherme dann wurde die Uferpromenade in ihrer Eigenschaft als strandnächster Weg geentert, welcher die zweite Hälte der Tour nicht mehr erwähnenswert verlassen werden sollte.

Das Zentrum von Timmendorfer Strand war erstaunlich menschenleer, die meisten hatten sich wohl von der schlechten Wettervorhersage abhalten lassen zu kommen.
Dabei hatten wir heute bisher keinen Regen und viel Sonne gehabt.

Endlich dann hatten wir unser geliebtes Brodtener Steilufer erreicht.
Einer schien seltsamerweise nicht glücklich darüber zu sein.

Das gab sich aber schnell und auch dieser letzte Grummler wurde schnell von der Schönheit meines Ufers überwältigt.
Erstes, weites Frühlingsgrün begleitete unsere Fahrt linkerhand.

Und selbst vereinzelte Anstiege konnten keinen mehr schrecken.

So wurden sogar leidlich entspannte Gesichter unter den Anwesenden gesichtet.

OK - nicht lange - aber immerhin.

Am Skandinavienkai wurde nach dem Pausenbiereinkauf noch ein kleines Freudenpipi verrichtet.

So dass bei der Freß- und Saufpause an der Spitze der Travemünder Mole entspannt Tanker beobachtet werden konnten.

Und Fähren.
Für die Anwesenden ein so seltener, überwältigender Anblick, dass sie wohl für den Rest ihres Lebens von dieser Erinnerung würden zehren können.

Auf dem Rückweg begleitete uns endlich der langersehnte Regen, meist kümmerlich, aber auch kurz mal etwas heftiger.
Herrlich.

Hinterher dann der Hauptprogrammpunkt des Tages: Fawlty Towers.

Die witzigste Serie, die es je gegeben hat und geben wird.

“One. Two. Three. Right!”

Die Folge “The Germans”. Unvergleichbar.

“We didn’t start it!”
“Yes, you did - you invaded Poland!”

Der Saal bog sich vor Lachen.

La Fin.


5 Responses to “Ein ganz NORMALer Tag”

  1. 1 Brecherov 

    Ich liege flach! Ich danke für diese wundervolle Geschichte, Team Normal. JunkVid

  2. 2 Britney Spears 

    Alles erstunken und erlogen, in Wirklichkeit waren das fiese Hammertrails, jaha, und ich war schon auf dem ersten Stück total kaputt, lasst euch nicht von dem Text in die Irre führen.

    Wobei, Farty Towels ftw.

  3. 3 Oberolm 

    OLZ!

  4. 4 Darkness 

    Tränen hab ich gelacht,
    es ist einfach göttlich, vor allem wenn man vorher die Absagen im Forum mitgelesen hat.

    Wunderschön erzählt Meik.

    Ihr zwei seid echt die Härte in Büchsen und Flaschen.

    Lara

  5. 5 rob 

    großartig ihr beiden! ihr seid echt mal endfertig - und das ist auch gut so!

    rb

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